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Bernd Reinelt
(Posaunenchor - Anfängerausbildung)

+49 (2305) 13769

hat keine

Persönlicher Text:
Viele werden in ähnlicher Weise den Weg in den CVJM gefunden haben und können sich vielleicht ein bisschen mit meinem nachfolgenden Bericht identifizieren. Durch die Jungschar habe ich den Weg in den CVJM sowie in die Kirchengemeinde, die damals eng mit dem CVJM verbunden war, gefunden. Dies fing so an:

Im Schattendes Kirchturms der Lutherkirche habe ich meine Kindheit verbracht. Als ich wieder einmal mit meinem Freund auf dem Kirchplatz spielte lud uns ein Herr ein, in die Jungschar zu kommen, die in einigen Minuten beginnen würde.. Heute werde auch wieder ein Film vorgeführt, fügte er hinzu. Der Herr, der uns damals ansprach, war "Vater Hense", Kirchenrendant der ev. Kirchengemeinde Castrop, der zu dieser zeit die Jungschar leitete. Etwas unsicher sind wir seiner Einladung gefolgt, und seit dieser Zeit gehöre ich dem CVJM an. In den Folgejahren habe ich kaum einen Jungscharnachmittag versäumt. Das Angebot hat mir und den anderen Jungscharmitgliedern gefallen. Spiele, Gesang, Geschichten hören, Filmvorführungen, Wanderungen und Andachten standen auf der Tagesordnung. Obligatorisch endeten die Jungscharnachmittage nach der Andacht mit dem Lied "Nun Brüder eine gute Nacht". Nach "Vater Hense" übernahm sein Sohn Winfried die Jungschar. Später unterstützte ihn Wilfried Hermann. An manchen Jungscharnachmittagen waren wir 20 - 30 Jungen. Es ging hoch her und es war eine tolle Zeit. Nahezu unerschöpflich war die Zahl der Fahrten- und Bekenntnislieder, die wir unter Gitarrenbegleitung lernten. Drei- bis viermal gehört, schon saßen Text und Melodie. Die legendäre kleine, 10 x 10,7 cm große Mundorgel war unser ständiger Begleiter.

Ein ganz besonderes Erlebnis war für mich unsere Jugendherbergsfahrt in die Stadtrandjugendherberge Wetter, denn es war das erste Mal in meinem damaligen, jungen Leben, dass ich, abgesehen von einigen Krankenhausaufenthalten, nicht zu Hause übernachtete. Wochenende - Fahrt mit Bus und Straßenbahn nach Herdecke - über den Ruhrhöhenweg nach Wetter gewandert - Heimabend - Übernachtung - kaum ein Auge zugedrückt usw., usw. Liebend gerne hätte ich die flotten Lieder auf einer Gitarre begleitet, die wir stets gesungen haben. Dies sollte noch für einige Jahre mein Wunschtraum bleiben.

Mit 14 Jahren, 1958 endlich, schloss ich mich dem Posaunenchor an, der Anfänger suchte. Ausgebildet wurden wir zunächst vom damaligen Chorleiter Bruno Trossowski, den kurze Zeit später Alfred Hentrei ablöste. Ein Wunsch ging in Erfüllung. Ich war mit ganzem Herzen bei der Sache, übte sehr viel und konnte, obwohl ich zuvor keine Noten kannte, schon bald im "großen" Chor mitspielen.

Nach dem Schulabschluss erfolgte der Übergang von der Jungschar zur Jungenschaft, die zunächst von Hannes Schneider geleitet wurde. Hannes konnte mit der Jugend ganz besonders gut umgehen. Nicht selten nahmen bis zu 30 Jungenschaftler an den Jungenschaftsabenden teil. Später übernahmen die Leitung Horst Oberwein und Norbert Thiem. In der Jungenschaft ging ein weiterer Wunsch in Erfüllung, denn hier lernte ich endlich Gitarre spielen. Besonders Werner Seydich, dem ich von dieser Stelle herzlich danken möchte, leitete mit viel Geschick und Können den Gitarrenkurs. Bei unzähligen Feiern hat mich seither meine Gitarre begleitet und ich habe mir und meinen Zuhörern viel Freude bereiten können.

Ein weiterer Magnet der CVJM-Arbeit war in den frühen 60-er Jahren die Filmvorführungen, die Herbert Schweppe mit viel Engagement leitete. Einmal im Monat fanden zwei Vorstellungen, ich glaube mittwochs, statt. Nachmittags für Kinder, abends für Erwachsene. Nicht selten waren alle Plätze besetzt. Mit dem Einzug des Fernsehens in die Wohnzimmer nahm die nachfrage nach guten Filmen leider kontinuierlich ab, so dass das Angebot schließlich eingestellt werden musste.

Durch eine glückliche Fügung ist mein Hobby Grundlage für meinen beruflichen Werdegang geworden. Als 1966 eine Stelle in der Verwaltung des ev. Krankenhauses Castrop frei wurde, schlug mir unser damaliger Chorleiter und Verwaltungsleiter des Krankenhauses, Alfred Hentrei, vor, mich zu bewerben. Dies tat ich auch und wurde auch eingestellt. Ich bin Herrn Hentrei zu großem Dank verpflichtet. Nach vielen Lehrgängen und Fortbildungen bin ich seit vielen Jahren leitender Angestellter in der Verwaltung eines ev. Krankenhauses in Essen.

Zurück zum Posaunenchor: Nachdem in den letzten Jahren die Mitgliederzahl immer weiter zurückging, bildete ich seit 1991 Jungbläser aus. Dabei ist mir mein Bruder Frank behilflich. Anfangs habe ich mir die Sache leichter vorgestellt, d.h. ich habe geglaubt, dass die Jungbläser schneller in den "großen" Chor hineinwachsen würden. Leider herrscht bei einigen SchülerInnen und deren Eltern im Unterbewusstsein vor, was nichts kostet, ist nichts wert. Es gibt aber auch Schüler, die eifrig üben und es Freude macht, mit ihnen zusammenzuarbeiten. Bei allen Schwierigkeiten und Rückschlägen ist der Erfolg jedoch unübersehbar, denn der größte Teil unserer Mitglieder besteht jetzt aus jungen Leuten. Auch die Mitgliederzahl ist wieder auf rund 15 BläserInnen angestiegen. Ich hoffe, dass ich meine Tätigkeit noch viele Jahre zum Wohle der jungen Menschen und zum Wohle des Chors ausüben kann.