zusammengestellt durch unseren Schriftwart Nils Roepke (falls nicht anders gekennzeichnet)

27.)   Artikel für UK zum 120. Vereinsjubiläum

CVJM – „Da werden sie geholfen!“ - Und das bereits seit 120 Jahren…

Die Überschrift der Festpredigt von Bundessekretär Holger Noack im Gottesdienst am Jubiläumssonntag, beschreibt sehr gut welchen Aufgaben sich der Christliche Verein Junger Menschen (CVJM) weltweit, seit 120 Jahren auch hier in Castrop-Rauxel, verschrieben hat. „Die jungen Menschen stehen im Mittelpunkt“ erklärt der seit 2012 amtierende 1.Vorsitzende Lars Roepke, „wir wollen Lebenshilfe geben, Ansprechpartner sein und gemäß der Symbolik des CVJM-Dreiecks, den jungen Menschen an Körper, Geist und Seele ertüchtigen. Den größten Dienst, den wir leisten können ist der, dass wir die Menschen mit dem Wort des lebendigen Gottes in Kontakt bringen und bezeugen, welch unglaublich große Liebe Jesus Christus für jeden einzelnen bereit hält.“ Damit bewegt sich Roepke ganz in der Tradition seiner Vorgänger in der langen Geschichte des CVJM Castrop. Dieser Geschichte wurde am 9.9.18 auf dem Gelände des Wichernhauses gedacht. 150 Besucher fanden sich ein, um nicht nur ein ausgezeichnetes griechisches Buffet zu genießen, sondern auch in der Lutherkirche den Worten von Prediger Holger Noack zu lauschen, die Klänge des Posaunenchores (Leitung: Bundesposaunenwart Matthias Schnabel) zu genießen und später im Wichernhaus Fotos, Urkunden und Zeitungsausschnitte aus längst vergangener Zeit zu bestaunen. CVJM – Was ist das eigentlich?

Der Anfang

Alles begann am 21.August des Jahres 1898 im neuen Gemeindesaal des Pfarrhauses am Biesenkamp. Der Pfarrer der Ev. Kirchengemeinde Castrop, Ernst Bläsing gründete mit 21 Konfirmanden und jungen Männern, den „Evangelischen Männer und Jünglingsverein Castrop“. Nach der Annahme der Vereinssatzung auf der „1.Generalversammlung“ am 20.11.1898, gehörte der neue Verein zum Westfälischen Jünglingsbund, dem heutigen CVJM-Westbund, mit Sitz in Wuppertal. Arbeitsgrundlage ist die sog. „Pariser Basis“, die seit 1855 (Gründung des Weltbundes in Paris) für alle CVJM Ortsvereine gilt und die christliche Ausrichtung der CVJM-Arbeit festschreibt. Die Aktivitäten in Castrop beschränkten sich am Anfang auf „Bibelbesprechungen“ und „Posaunenchor (gegründet 1899)“

Rasante Entwicklung

Schon bald gesellten sich die Sportarbeit, insbesondere die Turnabteilung, und die Laientheatergruppe hinzu. Der Verein entwickelte sich gut und hatte 1929 bereits 60 Mitglieder. Posaunenchor und Turnabteilung nahmen an vielen überregionalen Veranstaltungen teil und machten den Jünglingsverein bekannt. Gewonnene Urkunden aus dieser Zeit schmücken heute das Vereinsarchiv.

Schwierige Zeiten

Leider zogen am gesellschaftlichen und politischen Himmel dunkle Wolken auf, und machten auch vor unserem Verein nicht halt. Die Auseinandersetzungen von Anhängern der „Bekennenden Kirche (seit 1934)“ und den „Deutschen Christen“ drohten den Verein zu zerreißen. Das NS-Regime verfügte am 19.12.1933 die Zwangseingliederung der unter 18-jährigen in die HJ und verbot den konfessionellen  Verbänden jegliche weitere Arbeit mit dieser Altersklasse. Der Jünglingsverein entließ daraufhin alle Jugendlichen aus ihrer Mitgliedschaft, so dass keine Zwangseingliederung des Einzelnen erfolgen musste. Der damalige Vereinsvorsitzende Hermann Merhof positionierte den Verein von Beginn an klar an der Seite der BK und stieß damit auf erbitterten Widerstand innerhalb des Vereins. Viele Mitglieder verließen den Verein und es blieben ab 1935 lediglich 7 Mitglieder übrig, die sich mit Pastor Nelle von der Ev. Gemeinde Castrop im Gemeindehaus Funkestraße auf Schwerin zur Bibelstunde trafen, da das Wichernhaus nicht mehr genutzt werden durfte.

Der Neubeginn

Aus diesen 7 Mitgliedern erwuchs schon bald nach dem Krieg wieder eine blühende Arbeit. Der Verein hieß nun „CVJM Eichenkreuz Castrop“ und erhielt schon 1946 eine Handballabteilung (Leitung Bruno Hansmayer) und eine Laienspielschar (Leitung: Hellmut Liese und Fred Scharpenberg). Unter dem „Eichenkreuz“ wurde die Sportarbeit im deutschen CVJM zusammengefasst. Ein Höhepunkt dieser Zeit war das große „Eichenkreuz-Kreisturn und Sportfest“ am 17.9 und 18.9.1949 in der heutigen Erinkampfbahn. 400 Sportler kämpften dort um sportliche Meriten und erlebten eine Gemeinschaft untereinander, die sie so schnell nicht vergessen sollten. Noch ein halbes Jahrhundert später konnte ich das funkeln in den Augen „gestandener Herren“ sehen, die sich an dieses Ereignis erinnerten. Hermann Merhof, Rechnungsdirektor bei der Stadt Castrop-Rauxel, hatte 1947 wieder den Vorsitz übernommen und war der Garant dafür, dass es nicht nur mit der „Verpackung“ des Vereins stimmte (Spiel, Spass und Sport), sondern das auch der „Inhalt der Verpackung“ (Verkündigung des Evangeliums), nicht zu kurz kam. Beim 70 jährigen Vereinsjubiläum 1968, trat er aus Altersgründen zurück und wurde von Friedhelm Pohl abgelöst.

„Mädchen machen Männer zu Menschen“

Im Jahre 1977 wurde im „Christlichen Verein junger Männer Castrop“ eine vom Dachverband angeregte Satzungsänderung beschlossen und aus „Männern wurden nun Menschen“. Die Mädchenarbeit war zwar in Castrop schon länger präsent, insbesondere durch die charismatische Arbeit von Gemeindeschwester Mathilde Stumpff, aber es hatte alles einen inoffiziellen Anstrich. Nun entstand der „Christliche Verein Junger Menschen“ wie wir ihn heute kennen.  

Der CVJM Castrop, heute…

Der CVJM Castrop bietet ein attraktives und abwechslungsreiches Vereinsprogramm an, das unterschiedliche Interessen und Fähigkeiten anspricht: Die Sportabteilungen sind aktuell Fußball (sonntags 18-20 Uhr), Tischtennis (montags 20-22 Uhr) und CVJM-Hockey (montags von 18-21 Uhr). Musik wird im Posaunenchor (freitags 19-21 Uhr) gemacht. Geselligkeit kann in der Gruppe „Kreuz As“ beim Kartenspielen erlebt werden. Die Kinder können in die Welt der Jungschar „Rauxeler Ritter“ eintauchen und sich jeden Freitag von 16-19 Uhr daran freuen, dass Jesus sie ganz besonders lieb hat. Obwohl in allen Abteilungen Andacht und Gebet zum Ablauf gehören, kann man mittwochs von 20-22 Uhr in der Bibelstunde, ein wenig tiefer in den Glauben eintauchen und im Gespräch mit anderen Christen, gestärkt werden oder andere stärken. Außerdem gibt es mehrere Veranstaltungen, die jährlich stattfinden und für die ganze Vereinsfamilie gedacht sind: z.B. der Wandertag, die Radtour, ein „Siedler von Catan“ Turnier, Vorträge zu interessanten Themen, Vereinsmeisterschaften im Bibelquiz, Geographie, Fußball, Tischtennis und natürlich die alljährliche Bläservesper kurz vor Weihnachten. Wenn man sich darauf einlässt kann für jeden etwas dabei sein. Wir freuen uns immer über neue Teilnehmer. Weltweit ist der CVJM (YMCA) in 119 Ländern tätig und erreicht mit tausenden, meist ehrenamtlichen Mitarbeitern, 58 Millionen Mitglieder. In Deutschland ist der CVJM der größte überkonfessionelle Jugendverband mit 330000 Mitgliedern organisiert in 2200 Ortsvereinen.

 

 26.)

Diesmal: Zum 40. Todestag unseres ehemaligen 1.Vorsitzenden Hermann Merhof (1900 – 1976)

Hermann Merhof wurde am 17.7.1900 als Ältester von 7 Geschwistern in Osnabrück-Schinkel geboren. Schon während seiner Ausbildung als Verwaltungsmann,  unterbrochen vom Rekrutendienst 1917/18, also dem letzten Jahr des ersten Weltkrieges, kam er in Kontakt zum heimatlichen CVJM. Anfang der 20er Jahre erhielt er eine Anstellung als Stadtobersekretär bei der Stadt Castrop, damals Amt Rauxel. Obwohl seine Freizeit durch Weiterbildung, u.a. an der Verwaltungsakademie in Bochum, stark eingeschränkt war, wurde er dennoch in unserem Verein bald ein engagiertes, aktives Mitglied. Als im Jahre 1929 der bisherige Vorsitzende Gustav Kutschkau nach Lütgendortmund verzog und für ihn ein Nachfolger gesucht  wurde, lehnte er - noch - eine Kandidatur ab: „Es gibt bessere und würdigere Kandidaten.“ Es fand sich jedoch kein anderer. So wurde der Verein vorläufig vom Präses Pastor Rothe geführt. Hermann Merhof ist allerdings schon als Beisitzer im Vorstand tätig. Am 21.6.1930 verheiratete er sich mit Else Osterkamp. Auf der Generalversammlung am 25.1.1931 nahm er schließlich die Wahl zum Vorsitzenden auf den 1.10.1931 an, nachdem  sich kein anderer für diesen Dienst gefunden hatte.

Hermann Merhof führte den Verein in einer beginnenden sehr schwierigen Zeit. Er musste sich mit den „Deutschen Christen“ auseinandersetzen und mit ansehen, wie die Vereinsjugend nach und nach zwangsweise der Hitlerjugend zugeführt wurde. Er kämpfte an vielen Fronten für die Interessen des Vereins und hatte in Pastor Nelle als Vertreter der „Bekennenden Kirche“ auf der Basis der „Barmer Erklärung“ von Anfang 1934 einen tatkräftigen und mutigen Mitstreiter. 1937 musste der Verein in den Untergrund gehen, da keine legale öffentliche Arbeit mehr erlaubt wurde. In dieser Zeit trafen sich nur mehr 7 Vereinsmitglieder im Gemeindehaus an der Funkestrasse Schwerin zur gemeinsamen Bibelstunde. Dazu gehörten neben Hermann Merhof u.a. auch Pastor Nelle und Erich Kühling. Im Wichernhaus, dem angestammten Vereinszentrum,  gab es für den CVJM damaliger Prägung kein Hausrecht mehr.

Den zweiten Weltkrieg erlebte Hermann Merhof vom ersten Kriegstag an bis zum bitteren Ende als Versorgungsoffizier  an den verschiedensten Kriegsschauplätzen, u. a. auch in Norwegen und Italien, von wo er im Oktober 1945 aus der Kriegsgefangenschaft in die Heimat entlassen wurde.

Obwohl die von Trümmern, Mangel und Hunger gekennzeichneten ersten Nachkriegsjahre alle Kräfte zum Überleben erforderten, ging es dennoch sogleich auch an den geistigen Wiederaufbau, auch in der CVJM-Arbeit, gemeinsam mit Persönlichkeiten wie Erich Kühling, Eugen Döhmann, Otto Kosner Erich-Paul Hense und Pfarrer Ewald Hartmann. Erich Kühling führte den Vorsitz, bis man 1947 Hermann Merhof erneut zum Vorsitzenden wählte.

Die allgemeine Suche nach Um- und Neuorientierung bei Jung und Alt brachte dem Verein neue Aktivitäten, und er begann wieder zu wachsen und zu blühen. Gemeinsam mit Pfr. Hartmann wurde  Hermann Merhof zur Seele der wöchentlichen Bibelstunde. Außerdem war er in der Jungmännerarbeit und dem Männerkreis tätig.. Er wurde für Viele ein Glaubensvorbild. Er verstand sich als ein unermüdlicher Zeuge für die Liebe Gottes zu uns Menschen, und mancher fasste Lebensmut zu Umkehr und Neubeginn.

Im Jahre 1968 übergab er das Amt des Vorsitzenden an Friedhelm Pohl. Dennoch blieb er  bis zu seinem plötzlichen Tode am 2.6.1976 als Beisitzer in unserem Vereinsvorstand tätig.

 

25.)

Rückblick auf die 25-jährige Geschichte der Bläservesper (1984 – 2008)

(Ausschnitte aus der Jubiläumsrede von Bernd Reinelt vom 21.12.2008)

Ein paar Jahre vor der ersten Bläservesper 1984 hatten wir als CVJM-Posaunenchor einige Male am Weihnachtssingen unseres Kirchenchors in der in der Luther-Kirche unter der Leitung des damaligen Kirchenchorleiters Jochen Fritsch teilgenommen, aber 1983 erhielten wir keine Einladung. Später haben wir erfahren, man habe einfach vergessen, uns einzuladen. Wir fühlten uns etwas gekränkt und waren verschnupft. So wurde der Entschluss geboren: „Dann führen wir eben selber etwas auf!“ So wurde im übertragenen Sinne der damalige Kirchenchorleiter zum Geburtshelfer der Bläservesper. Frau Pastorin Ulrike Hensel übernahm übrigens bei dieser ersten Bläservesper die Lesung. So eine Bläservesper zu gestalten stellte sich aber als gar nicht so einfach heraus. Wir hatten ja noch gar keine Erfahrung. Tragende Säulen für das Zustandekommen waren seinerzeit Frank Reinelt, Günter Dettweiler und Johannes Wilhelm, die unermüdlich Ideen zusammentrugen.

Wachsen und Rückschritte: Wir waren anfangs nur ein kleines Pflänzchen, das gehegt und gepflegt werden musste, aber wir sind dann nach und nach gewachsen, wie man über 25 Jahre verfolgen konnte. 25 Jahre sind eine lange Zeit und es gab auch Jahre, bei denen sich Rückschläge einstellten. Die Bläservesper stand manchmal fast vor dem Aus. Aber mit viel Energie der Beteiligten haben wir es immer wieder geschafft, weiterzumachen. Ein ganz großer Rückschlag war für alle, besonders für seine Familie, der frühe Unfalltod von Johannes Wilhelm im Jahr 1998, also vor 10 Jahren. Ihm haben wir so viel zu verdanken und wir werden uns immer an ihn erinnern. Aber auch ein weitere Bläser, Thomas Türk, ist vor ein paar Jahren sehr jung verstorben. Auch er war für uns eine große Stütze. Auch an Ihn erinnern wir uns in Dankbarkeit.

Wie bereits erwähnt, war auch Günter Dettweiler als stellvertretender Chorleiter maßgeblich am Zustandekommen unserer Bläservesper beteiligt.

In den 25 Jahren ist vieles geschehen. Es gibt im heutigen Chor drei Aktive, die bei allen 25 Bläservespern mitgewirkt haben: Bernd Reinelt, Christoph Bolenz und Frank Reinelt, der auch alle Konzerte dirigiert hat. Die Begeisterung für die Blasmusik erkennt man auch daran, dass z.B. Bernd Reinelt in diesem Jahr 2008 auf eine 50-jährige Zugehörigkeit zum Posaunenchor zurückblickt. Die Bläser der 1. Stunde sind älter geworden, wie man unschwer ersehen kann, wenn man sich den heutigen Posaunenchor des CVJM Castrop anschaut. Wir haben aber vor, mit unseren derzeitigen Bläserinnen und Bläsern die Tradition noch viele Jahre fortzusetzen.

Nachwuchs / JungbläserInnen : Um unsere Tradition fortsetzen zu können, brauchen wir natürlich Nachwuchs, sonst sterben wir eines Tages aus. Darum bilden wir Jungbläser/innen kostenlos aus mit dem Ziel, dass sie später unseren großen Chor verstärken. Diese Arbeit wird maßgeblich von Bernd Reinelt, unterstützt durch seinem Bruder Frank, bestritten. Zur Zeit haben wir 7 Jungbläser/innen: Marvin Richter, der auch schon im großen Chor mitspielt, Alina Mörchen, Axel Jeibmann, Felix und Christofer Urban, Simon Karweina und Balthasar Gumbinger. Vielleicht können sie bei der nächsten Bläservesper ein kleines Stück alleine vortragen. Ein Posaunenchor hat ja den großen Vorteil, dass oftmals drei Generationen, in machen Chören sogar vier Generationen, aktiv zusammen spielen können. Mit Blick auf unseren jetzigen Chor und die nachwachsenden Jungbläser/innen gehen wir von einer erfolgreichen Fortführung der weihnachtlichen Bläservesper über diesen heutigen 25. Termin hinaus aus.    (Bernd Reinelt)

 

24.)

Damals im Juli und August 1930

Vom 5.7.-7.7.1930 fand in der Westfalenhalle in Dortmund das Bundesfest des westdeutschen Jünglingsbundes statt.

Die Losung des Festes hieß : „Bereit zur Verantwortung“ Hauptredner war der Bundeswart Juhl. Unser Posaunenchor war bei der Begleitung der verschiedenen Kundgebungen im Einsatz. Außerdem waren eine große Anzahl unserer Vereinsmitglieder vor Ort.

Vom 31.7.-22.8.1930 fand ein großes Ferienlager der Kreisverbindung Witten in Roden in Hessen Waldeck statt. Die Veranstaltung wurde von Reichsturnwart Müller und Pastor Busch geleitet. Leider litt die Freizeit unter schlechtem Wetter. Aus unserem Verein nahmen Wilhelm Erwin jun. sowie Rudolf und Heinrich Langenbach an der Veranstaltung teil.

Beim Kreisturnfest der Kreisverbindung Witten am 31.8.1930, erringt unser Verein den Sieg in der 4x100 m Sprintstaffel. Leider lassen sich die Staffelmitglieder nicht mehr ermitteln.

 

23.)

Damals im Mai und Juni 1930

Am 24.5.1930 war der Leiter der Turnabteilung unseres Vereines, Eugen Döhmann, auf einer Kreisbesprechung für Turner in Witten auf dem Annenerberg. Es wurden Erfahrungen ausgetauscht und gemeinsame Aktivitäten angedacht.

Am 25.5.1930 fand der Kreiskirchentag in Castrop statt. Es gab einen großen Festzug durch die Altstadt. Das stimmgewaltige Gotteslob wurde durch unseren Posaunenchor begleitet. Anschließend gab es mehrere Vorträge im Wichernhaus zuhören. Thema des Tages war: „Die Ev. Kirche in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft“. Herrliches Wetter sorgte dafür das sich alle Teilnehmer wohl fühlten. Eine große Zahl unserer Vereinsmitglieder war an diesem Tag anwesend.

Am 1.6.1930 gewann die Schlagball – Mannschaft unseres Vereines ein Spiel gegen Lütgendortmund mit 49:11 Punkten.

 

22.)

Damals im März und April 1930

Am 16.3.1930 fand eine Kreisvorstandssitzung in Langdreer statt. Von unserem Verein nahm Heinrich Langenbach an der Sitzung teil. Es wurde abgelehnt, dass eine Gruppe der „Christlichen Pfadfinder“ in den Jungmännerverein Witten aufgenommen wird.

Dem Westfälischen Jungmännerbund war es sehr wichtig, dass die Gruppenleiter, die mit den Jugendlichen arbeiteten gut ausgebildet waren. Regelmäßig fanden Schulungstage auf der Bundeshöhe in Barmen statt. So auch am 19.3.1930. An dem Schulungstag, für Jungvolkführer für die Arbeit mit Jugendlichen zwischen 14 und 17 Jahren, nahm Hermann Merhof teil.

Trotz persönlicher Einladung an jeden einzelnen Konfirmanden, war die Begrüßungsfeier für die Neukonfirmierten im Wichernhaus am 27.4.1930 nur mäßig besucht. Man hatte sich deutlich mehr versprochen. Trotzdem wurde die Vereinsarbeit präsentiert und die Anwesenden zu den Vereinsstunden eingeladen. Begleitet wurde die Veranstaltung von Vorführungen der Turner und des Posaunenchores.

 

21.)

Damals, bei der Generalversammlung am 19.1.1930

Auf dieser Generalversammlung musste ein neuer 1.Vorsitzender gewählt werden, als Nachfolger für den nach Lütgendortmund verzogenen Gustav Kutschkau. An dieser Versammlung nahmen 27 Vereinsmitglieder teil.

Die Jahresstatistik 1929: Der Verein hat 65 Mitglieder. Die Vereinsveranstaltungen wurden im Schnitt von 23 Mitgliedern besucht. In der Turnabteilung waren 41 Teilnehmer aktiv, wovon 19 Gäste des Vereins waren. Der Jahresüberschuss der Vereinskasse beträgt 206,16 RM.

Es wird im weiteren Verlauf eine sehr kontroverse Versammlung. Differenzen und persönliche Animositäten kochen hoch und bestimmen die Diskussion. Drei potenzielle Nachfolgekandidaten lehnen eine Kandidatur ab, da sie meinen es gäbe geeignetere Kandidaten. Diese waren Eugen Döhmann, Heinrich Liese und Hermann Merhof.

Heinrich Liese und Willi Dettweiler verlassen aufgrund der hitzigen Diskussionen und persönlichen Differenzen den Vorstand. Sie können sich eine weitere Zusammenarbeit mit einigen Vorstandsmitgliedern nicht mehr vorstellen. Da keine Einigung über einen neuen 1.Vorsitzenden erzielt wurde, übernimmt Präses Pastor Rothe bis zur nächsten Generalversammlung die Leitung des Vereins.

Der neue Vorstand:

Präses

Pastor Rothe

Kassenwart

Karl Kühn

Schriftwart

Heinrich Langenbach

Beisitzer

Hermann Merhof, Eugen Döhmann, Fritz Vogt, Alfred Krähl, Walter Dunker, Willi Erwin junior, Heinrich Schäfer

 

20.)

Damals im November 1929

Am 3.11.1929 fand ein großes Reformationsfest der Gemeinde im Wichernhaus statt. Die Veranstaltung war gut besucht und wurde durch den Posaunenchor unseres Vereines bereichert. Es gelang zum wiederholten Mal, eine gute Visitenkarte unserer Vereinsarbeit abzugeben.

Am 17.11.1929 fand eine Abschiedsfeier für unseren 1.Vorsitzenden Gustav Kutschkau statt. Er verzog berufsbedingt nach Lütgendortmund. Kutschkau wurde zum Ehrenmitglied ernannt und erhielt als Abschiedsgeschenk eine „Rudolf-Schäfer Bilder Bibel“.

Der Verein wurde bis zur Generalversammlung im folgenden Jahr 1930 vom Präses Pastor Rothe geleitet.

Für ausgezeichnete sportliche Leistungen erhielten folgende Vereinsmitglieder das Deutsche Turn und Sportabzeichen:

Wilhelm Erwin junior  (Bronze), Eugen Döhmann (Bronze), Fritz Möllmann (Bronze), Wilhelm Erwin senior (Gold)

Das Reichsjugend – Abzeichen erhielten Erich Erwin und Walter Erwin

 

18.)

Damals im August / September 1929

Vom 2.8.1929 bis zum 12.8.1929 fand in Roden ein Ferienlager der Kreisverbindung Witten statt. 70 Teilnehmer zelten gemeinsam. Die Leitung des Zeltlagers hatte der damalige Reichsturnwart Müller. Die geistige Leitung oblag Pastor Johannes Busch.

Aus unserem Verein nahmen 5 Mitglieder an dieser besonderen Veranstaltung teil: Gustav Kutschkau, Heinrich Liese, Franz Dettweiler, Otto Gläsker und Fritz Kronsbein.

Am 6.9.1929 wird die Vereinsbibliothek gegründet. Die Leitung übernimmt Walter Dunker. An dem am 29.9.1929 stattfindenden Jungmännertreffen auf dem Annenerberg in Witten nehmen von uns Wilhelm Erwin sen. und Fritz Möllmann teil.

 

17.)

Diesmal: Zum 50. Todestag (am 11.4. 2006) von Pfarrer Johannes Busch

In Wuppertal wurde Johannes Busch am 11.3.1905 als Sohn des Pfarrers Dr. Wilhelm Busch geboren. Im Jahre 1906 zog die Familie nach Frankfurt, da  sein Vater in Sachsenhausen eine neue Pfarrstelle antrat. Johannes Busch besuchte in Frankfurt eines der führenden Gymnasien und machte 1924 Abitur. Nach Studium in Tübingen, Basel, Münster und Bethel legte er 1928 sein erstes Examen ab. Er wurde Jugendvikar in Bielefeld und nach dem 2. Examen, trat er 1930 als fünfundzwanzigjähriger seine erste Pfarrstelle an. Er erhielt den 5. Pfarrbezirk in Witten. Seine Arbeit machte ihm großen Spaß.  Dieser Dienst wurde 1934 in eine tiefe Krise gestürzt. Das Kirchenregiment der Deutschen Christen enthob Johannes Busch seines Amtes und die GESTAPO verbot ihm das Betreten seiner Kirche. Er hielt daraufhin seine Predigten in einem Wirtshaussaal. Der Bruderrat der Bekennenden Kirche von Westfalen beauftragte ihn mit der gesamten evangelischen Jugendarbeit. Der Vorstand des Westdeutschen Jungmännerbundes wurde ebenfalls auf Johannes Busch aufmerksam und berief ihn zum Bundeswart Es folgten für ihn schwere aber trotzdem gesegnete Jahre des Dienstes. Von 1940 an wurde Johannes Busch einberufen. Er kehrte am 31.7.1945 aus der Gefangenschaft zurück. Er stürzte sich sofort wieder in Arbeit. Er verfasste einen Rundbrief an alle Vereine des Westbundes und forderte alle auf schnell wieder die Arbeit aufzunehmen. Mitte August 1945 nahm er am Sennetreffen in Bielefeld teil, wo sich Delegationen aller Vereine des Westdeutschen Jungmännerbundes trafen. Kurz darauf wurde er zum Landesjugendpfarrer der Evangelischen Kirche von Westfalen berufen.

Aus den Trümmern erwächst unter seiner unermüdlichen Energie eine Jugendarbeit, die ganz von dem Geist der Erweckung und des Pietismus getragen ist. Johannes Busch ist dauernd unterwegs. Die Mitgliederzahlen stiegen. 1948 hatte der Westbund schon 75000 Mitglieder. Jugendevangelisationen, Mitarbeiterrüstzeiten, und Besprechungen reißen nicht ab. Auch in Castrop findet vom 28.3.-1.4.1955 eine Jugendevangelisation von Johannes Busch Im Wichernhaus statt. Laut den alten Monatsblättern mit riesigem Erfolg.

Auch überregional ist er segensbringend tätig. Das CVJM – Werk , die Jugendkammer der EKD und der Weltbund profitieren von seiner Mitarbeit. Er nimmt an der Weltjugendkonferenz 1947 in Oslo teil. Außerdem an den Weltbundsitzungen in Edingburgh (1947), Nyborgstrand (1951), Genf (1953) und Paris (1955).

Er war ein außergewöhnlicher Diener seines Herrn. Viele Mitglieder und Mitarbeiter auch unseres Vereines wurden durch Johannes Busch inspiriert. Mit dem gesprochenen und gedruckten Wort verkündigte er mit seltener Vollmacht das Wort Gottes von dem Heil in Jesus Christus. Vielen Menschen wies er den Weg zu Jesus. Am 11.4.1956 starb er an den Folgen eines Autounfalls. Selbst durch sein Begräbnis kamen noch viel Menschen zum Glauben. Es war ein denkwürdiges Ereignis, bei dem Lobpreis, Anbetung und Dankbarkeit für den Auferstandenen im Mittelpunkt standen.

 

16.)

Damals im Juni / Juli 1929

Die Mitte des Jahres 1929 stand im Zeichen von zwei Vereinsausflügen. Am 23.6.1929 fand ein Ausflug an den Rhein statt. Darin inbegriffen war auch eine Schifffahrt auf selbigem. Leider fanden sich nur 14 Teilnehmer am alten Bahnhof Castrop ein.

Am 7.7.1929 fand ein Ausflug des „Arbeiter und Bürgervereines Castrop“ statt. Der Jünglingsverein und der Jungfrauenverein beteiligten sich daran . Es ging zum Annenerberg in Witten. Der Posaunenchor und der Jungfrauenchor sorgten während des Ausfluges für den musikalischen Rahmen. Insgesamt machten sich 200 Teilnehmer in 3 Sonderwagen der Straßenbahn aus Castrop auf den Weg. Leider litt die Veranstaltung unter schlechtem Wetter.

Vom 12.7.1929 – 14.7.1929 nahmen 9 Turner unserer Turnerriege am Bundesturnfest in Bielefeld teil. 5 Mitglieder unseres Vereins errangen dort einen Eichenkranz. Eine namentliche Liste liegt mir leider nicht vor.

 

15.)

Damals im April / Mai 1929

Am 7.April 1929 fand im Wichernhaus eine große Konfirmations – Nachfeier statt. Diese wurde gemeinsam mit dem Castroper Jungfrauenverein ausgerichtet. Es wurde ein buntes Programm angeboten, bestehend aus Vorführungen der Turnerriege und des Posaunenchores. Die Ansprache an die Konfirmanden hielt Pfarrer Nelle. Ziel war es, die Konfirmanden für die beiden Vereine und ihre Aktivitäten zu begeistern.

Am 14.5.1929 fand in Langendreer die Sitzung des Kreisvorstandes der Kreisverbindung Witten statt. Unser Verein war durch Gustav Kutschkau und Heinrich Liese vertreten. Es wurde das Kreisfest vorbereitet, welches am 25. und 26.5.1929 auf dem Annenerberg in Witten stattfinden sollte. Außerdem wurde Heinrich Liese zum Kreisposaunenwart gewählt.

Das Kreisfest wurde ein großer Erfolg. Mit diesem Kreisfest wurde gleichzeitig das 60 jährige Bestehen der Kreisverbindung Witten gefeiert.

 

14.)

Damals im März 1929

Am 10.3.1929 fand die Generalversammlung des Jahres im Wichernhaus statt. Die Besucher erhielten folgende Vereinsinformationen über das Jahr 1928: Die Veranstaltungen des Vereins wurden im Durchschnitt von 27,4 Mitgliedern besucht. Der Verein hatte im Jahr 1928 im Schnitt 75 Mitglieder. Es fanden 36 Vereinsveranstaltungen statt zu denen 936 Besucher erschienen. Die Vereinsbibelstunde traf sich 50 mal und hatte 672 Besucher. Die Vereinskasse erzielte einen Überschuss von 314,44 RM

Folgender Vorstand wurde gewählt.

 1.Vorsitzender:  Gustav Kutschkau

Schriftführer:     Heinrich Liese

Kassenwart:       Karl Kühn

Beisitzer:           Eugen Döhmann, Alfred Krähl, Walter Dunker, Fritz Voigt, Willi Erwin Sen.,Willi Dettweiler

 

13.)

Damals      im Februar 1929

Am 2. und 3.Februar 1929 fand ein Posaunenlehrgang unter Leitung von Pastor Bachmann auf dem Annenerberg in Witten statt. Es nahmen 55 Bläser aus der Umgebung von Castrop teil. Am 3.2.1929 nehmen die Bläser an einem Gottesdienst in Witten Stockum teil. Abgerundet wird der Lehrgang durch mehrere Vorträge. Von unserem Verein nahmen folgende Bläser teil:

Karl Kühn, Franz Dettweiler, Gustav Liese, Walter Erwin, Willi Erwin, Willi Kühn, Bruno Bufs und Heinrich Liese. Die Verpflegungskosten in Höhe von 21 RM wurden von der Vereinskasse übernommen.

Am 17.2.1929 fand im Wichernhaus zu Castrop die Frühjahrs – Kreiskonferenz des Kreisverbandes Witten statt. Aus Castrop nehmen 28 Personen teil. Die Konferenz steht unter der Leitung des Wittener Pfarrers Nell. Dieser referierte zum Thema „Verhältnis der Vereine zu Gemeinde, Kreissynode und Jugendbewegung“

Das Kreisfest wurde für den 26.5.1929 auf dem Annenerberg in Witten terminiert und der Kreisbeitrag auf 30Pf pro Jahr und Mitglied festgelegt.

Als Bundesvertreter, beim Westfälischen Jungmännerbund, des Kreisverbandes Witten, wurde unser Vereinsvorsitzender Gustav Kutschkau gewählt. Sein Stellvertreter wurde Heinrich Liese

 

12.)

Damals   zu Sylvester 1928 / Januar 1929

Am 31.12.1928 versammelten sich 270 Personen im Wichernhaus zur Sylvesterfeier. Die Feier wurde gemeinsam mit dem Jungfrauenverein Castrop veranstaltet und gleichberechtigt durchgeführt. Es gab ein abwechselungsreiches Programm mit Musikvorträgen, Gedichtlesung, einer Tombola und Beiträgen unseres neugegründeten Gesangsquartetts mit Karl Kühn, Eugen Döhmann, Willi Dettweiler und Willi Erwin unter der Leitung von Heinrich Liese. Die musikalische Untermalung oblag dem Posaunenchor. Die Andacht hielt Pastor Nelle.

Am 28.1.1929 fand im gut gefüllten Wichernhaus die Vorführung des Films „Um Freiheit und Freude“ statt. Der Film zeigt die Arbeit des Reichsverbandes der Jungmännerbünde. Auf dem Programm stand zusätzlich gemeinsamer Gesang mit Begleitung des Posaunenchores. Die Besucher bezahlten 50 Pf Eintritt. Die Vereinsmitglieder waren zahlreich vertreten, die Beteiligung der Gemeinde war leider mäßig.

 

11.)

Damals   im November 1928

Am 4.11.1928 fand eine große Vereinsversammlung im Wichernhaus statt, in der ein Gesangsquartett unter der Leitung von Heinrich Liese gegründet wurde. Die Sänger dieses Quartetts waren Karl Kühn, Eugen Döhmann, Willi Dettweiler und Willi Erwin. Durch dieses Quartett sollten die Vereinsveranstaltungen in Zukunft sehr profitieren.

In den Verein wurden bei dieser Gelegenheit, Walter Erwin, Walter Wortmann, Arthur Catterfeld, Carl Balz, Heinrich Langenbach und Otto Grundmann, aufgenommen.

Am 11.11.1928 fand in der Lutherkirche ein Jugend und Werbegottesdienst statt. Die Teilnahme der Vereinsmitglieder war Pflicht. Die Predigt hielt Pastor Nelle. Die anwesenden Vereinsmitglieder sollten, während und nach dem Gottesdienst, der anwesenden Jugend der Gemeinde, die Ziele des Vereins näher bringen.

Am 18.11.1928 fand unter der Leitung des Kreisposaunenwartes Krüger eine Posaunenübung in der Christuskirche in Langendreer statt. Von den anwesenden 35 Bläsern kamen 12 aus unserem Verein, angeführt vom Leiter unseres Posaunenchores Heinrich Liese.

Am 25.11.1928 spielte der Posaunenchor zum Totensonntag auf dem Ev. Friedhof. Es fand eine besondere Ehrung und Kranzniederlegung am Grabe des Vereinsgründers Pfr. Ernst Bläsing statt. Dieser war am 5.11.1927 verstorben.

 

10.)

Damals   im September 1928

Vom 31.8.1928 – 5.9.1928 fand auf Borkum eine große „Reichsfreizeit“ des Reichsverbandes der Jungmännerbünde statt. Der Reichsverband war die Dachorganisation der Männer und Jünglingsvereine im ganzen damaligen Deutschen Reich. Vergleichbar heute mit dem CVJM-Gesamtverband.

Mehrere hundert Teilnehmer aus den Jünglingsvereinen kamen zusammen. Aus unserem Verein nahm Heinrich Liese an der Freizeit teil.

Am 8.9.1928 lud die Kreisverbindung Witten zum Kreisjugendturnfest nach Stockum. Aus unserem Verein trugen sich 6 Turner in die Siegerlisten ein. In der Pendelstaffel und im Hindernislauf waren Willi Dettweiler, Willi Erwin, Theobald Sigger, Erich Erwin, Heinrich Schäfer und Walter Erwin erfolgreich.

Am 23.9.1928 kam die Vereinsfamilie zu einem Wanderausflug in die Haardt zusammen. Der Ausflug wurde vom 1. Vorsitzenden Gustav Kutschkau geleitet.

 

9.)

Damals   am 26.8.1928

Wie es der Kreisverband Witten auf der Kreiskonferenz am 28.2.1928 festgelegt hatte, fand das Kreisfest 1928 am 26.8.1928 im Wichernhaus in Castrop statt, gleichzeitig mit den Feierlichkeiten zum 30 jährigen Bestehen unseres Vereins.

Um 9:30 Uhr begann die Feier mit einem großen Festgottesdienst in der Lutherkirche. Es war einer der ersten größeren Gottesdienste nach dem Einbau der Emporen in der Lutherkirche. An diesem Gottesdienst nahmen neben unserem Posaunenchor auch Bläser aus den Nachbarvereinen Gerthe und Werne teil.

Anschließend fand im Wichernhaus und im Garten des selben ein vielfältiges Programm statt. Es wurden Kaffee und Kuchen gereicht sowie Festreden und Vorträge gehalten. Die Turnabteilung und der Posaunenchor zeigten ihr Können und beeindruckten die Gäste.

Den Abschluss des Programms bildete das Fackelschwingen der Turner und ein großer Zapfenstreich mit dem Posaunenchor.

Die Veranstaltung war, laut Aufzeichnungen, gut besucht; trotz eines Eintritts von 50 Pf . Eine genaue Besucherzahl habe ich leider nicht gefunden.Die Veranstaltung wurde in der Tagespresse und in der Kirchenzeitung entsprechend gewürdigt.

 

8.)

Damals   im Juni / Juli 1928

Am 10.6.1928 fand in Langendreer der Kreiskirchentag statt. Natürlich nahm unser Verein daran teil. 11 Bläser des Posaunenchores vertraten unsere Castroper Farben. Sie nahmen den ganzen Tag über verschiedene Spielaufträge war.

Einer war z.B. die Begleitung der Abordnung der Gemeinde Werne nach Langendreer. Natürlich zu Fuß …

Am 8.7.1928 wurde Pfarrer Martin Nelle in die 2.Pfarrstelle der Evangelischen Kirchengemeinde eingeführt. An dem Festgottesdienst ist unser Posaunenchor wieder beteiligt. Dieser Pfarrer Nelle sollte für unseren Verein und die Gemeinde eine ganz wichtige Rolle spielen. Er vertrat in den dunklen Zeiten des Nationalsozialismus, mutig die Bekennende Kirche gegenüber den Deutschen Christen und leitete nach dem 2.Weltkrieg den Wiederaufbau der Ev. Kirchengemeinde Castrop ein.

In Pfarrer Nelle hatte unser Verein einen uneingeschränkten Förderer und Helfer, wie unser ehemaliger 1.Vorsitzender Hermann Merhof in seinen Aufzeichnungen immer wieder betonte.

 Am Wochenende des 14.7.1928 / 15.7.1928 fand in Welper das 9. Bezirkssportfest statt. Unser Verein nahm mit 7 Sportlern daran teil. Größter Erfolg war der 2.Platz der „Eichenkreuz – Staffel“ in der Besetzung: Willi Dettweiler, Willi Erwin, Theobald Sigger und Heinrich Schäfer.

 

7.)

Damals   im Januar / Februar 1928

Am 29.1.1928 fand die Generalversammlung des Vereins statt. Diese hatte zunächst über eine Anpassung der Mitgliedsbeiträge zu entscheiden. Folgende Sätze wurden verabschiedet:

Altersklasse:  14-17    :  25 Pf.

Altersklasse:  17-21    :  50 Pf.

Altersklasse:  über 21 :  75 Pf.

Passive Mitglieder      :  50 Pf.

Der Vorstand wurde entlastet und anschließend wiedergewählt. Er sah nun wie folgt aus:

 1.Vorsitzender:  Gustav Kutschkau

Kassenwart:       Karl Kühn

Schriftwart:        Heinrich Liese

Beisitzer:            Eugen Döhmann und Alfred Krähl

 Am 28.2.1928 fand eine Kreiskonferenz im Tagungshaus des Kreisverbandes Witten auf dem Annenerberg in Witten statt. Unser Verein gehörte zur Kreisverbindung Witten. Von unserem Verein nahmen Gustav Kutschkau, Heinrich Liese und Heinrich Schäfer an der Kreiskonferenz teil. Es wird beschlossen das diesjährige Kreisfest in Castrop auszurichten, und zwar in Kombination mit Fest zum 30 jährigen Jubiläum unseres Vereins, welches für den 26.8.1928 im Wichernhaus geplant war.

 

6.)

Damals   im Jahre 1926 / 1927

Am 28.11.1926 fand im Wichernhaus eine große Werbefeier des Vereins für die Neukonfirmierten statt. Diese Feiern wurden jährlich abgehalten, um die Ziele und Möglichkeiten des Vereins gezielt den Jugendlichen der Gemeinde zu präsentieren. Zu der damaligen Zeit konnte man erst in den Verein eintreten, wenn man konfirmiert war.

Das Programm bestand aus Posaunenspiel, Lichtbildvortrag, Turnvorführungen und Gesang. Ein Soloquartett des CVJM Solingen war ebenfalls dabei. Die Anwesenden mussten einen Eintritt von 50 Pf entrichten.

Am 5.11.1927 stirbt der Gründer des Vereins und Leiter des Posaunenchores Pfr. Ernst Bläsing. Die Leitung des Posaunenchores übernimmt zunächst Heinrich Stute und kurz darauf Heinrich Liese. Ab 1927 wurde die Führungsstruktur geändert. Der Verein wurde nun nicht mehr nur von dem Präses geleitet, sondern auch durch den 1.Vorsitzenden, der neu installiert wurde. Diesen Posten übernahm 1927 Herr Gustav Kutschkau.

 

 

5.)

Damals im Jahr 1923

Im Jahr 1923 ändert sich die Vereinsführung. In der Kirchengemeinde Castrop wurde am 15.7.1923 Pastor Rothe eingeführt. Er übernahm im gleichen Jahr den Posten des Vereinspräses von Pfarrer Ernst Bläsing, der zurücktrat.

Ernst Bläsing hatte den Verein 25 Jahre lang als Präses geführt. Er blieb dem Verein als Leiter des Posaunenchores erhalten und wurde zum Ehrenpräses ernannt.

Nach einer formalen Anpassung hieß der Verein nun „Evangelischer Männer und Jünglingsverein Castrop“.

 

4.)

Damals 1921 / 1922

Der Aufbau nach dem 1.Weltkrieg gelang langsam aber sicher! Der Verein erhielt das Recht, an einem Abend in der Woche die Turnhalle des Realgymnasiums zu nutzen. Außerdem stand der Sportplatz an der Karlstr. für sportliche Aktivitäten zur Verfügung. Der Verein schaffte ein Reck an, und es wurde der wöchentliche Sportabend im Großen Saal des Wichernhauses eingerichtet.

Anfang der 20er Jahre sah eine typische Vereinswoche wie folgt aus:

Sonntag: 15-17 Uhr  Vereinsversammlung

Dienstag:  20-21 Uhr Bibelstunde

Mittwoch: 19:30 Uhr – 21:30 Uhr  Turnabend

Donnerstag:  20-22 Uhr  Posaunenchor

Am 11.3.1921 erhielt der Verein vom Magistrat der Stadt Castrop, die „Genehmigung zur Veranstaltung einer Lustbarkeit“ ! - Woraufhin der Verein die Laienspielschar gründete.

 

3.)

Damals zwischen 1905 und 1918

Den ersten großen Auftritt hatte der Posaunenchor am 14.5.1905 beim 1.Vereinsposaunenfest auf dem Marktplatz in Castrop. Unter der Leitung von Pfarrer Ernst Bläsing gab der Posaunenchor eine gelungene Visitenkarte der Vereinsarbeit ab. Der Posaunenchor spielt immer öfter in den Gottesdiensten und bei Veranstaltungen der Gemeinde. Am 3.8.1913 findet das 15. Jahresfest des Vereins statt. Im Laufe des Festes wird die neue Vereinsfahne geweiht und ein eigenes Trommler und Pfeifenkorps gegründet.

Ein Meilenstein in der Vereinsarbeit ist die Fertigstellung des Wichernhauses im Jahre 1914. Nun hat der Verein eine Heimat um seine vielfältigen Aktivitäten zu entfalten. Die Arbeit des Vereins wurde dadurch erheblich erleichtert.

Während des 1.Weltkrieges musste die Vereinsarbeit auf Sparflamme „gekocht“ werden, da Mitglieder und Gruppenleiter in den Krieg mussten. 10 Vereinsmitglieder fielen in der Ausübung ihrer Pflicht: Wilhelm Funda, Karl Passmann, Emil Pollen, Heinrich Synowitz, Heinrich Lehmhaus, Wilhelm Passmann, Konrad Pohland, Fritz Hövener, August Kosbah, Hermann Crannas.

2.)

Damals im Jahre 1899

fand der erste Höhepunkt im noch jungen Vereinsleben des Evangelischen Männer und Jünglingsvereins Castrop statt. Am 27.8.1899 feierte man das 1.Jahresfest. In der Lutherkirche wurde am Vormittag ein Festgottesdienst gefeiert. Am Nachmittag traf man sich im Gemeindesaal und im Garten des Gemeindehauses am Biesenkamp zur geselligen Runde und zu sportlichen Übungen. Zu diesem Anlass waren auch die Nachbarvereine aus Langendreer, Werne und Hombruch eingeladen. Der Jünglingsverein aus Hombruch brachte seinen Posaunenchor mit.                                                                                                                                         

Kurz nach dem Jahresfest konnte, nachdem mehrere Hörner angeschafft worden waren, auch in unserem Verein ein Posaunenchor gegründet werden.  Die erste Übungsstunde fand am 14.Oktober 1899 unter der Leitung von Pfarrer Bläsing statt.                          

Der Verein wuchs in der Folgezeit erheblich. Es wurde an Kreis und an Bundesfesten teilgenommen und der Verein bald als fester Bestandteil des Gemeindelebens akzeptiert. Am 25.1.1903 hatte der Verein 102 Mitglieder.

 

1)

Damals im Jahre 1898 …

Am 21.8.1898 wurde unser Verein gegründet. Er hieß Evangelischer Männer und Jünglingsverein Castrop. Die Gründungsversammlung fand im neuen Pfarrhaus am Biesenkamp statt und wurde von Pfarrer Ernst Bläsing geleitet. Nachdem Pfarrer Bläsing den Anwesenden die Bedeutung und die Vorteile des neuen Vereins erklärt hatte, schrieben sich 28 Jugendliche in das erste Mitgliedsverzeichnis ein. Pfarrer Ernst Bläsing wurde erster Präses des Vereins.                                                                        

Das Vereinsleben bestand aus sonntäglichen Vereinsversammlungen bzw. Bibelbetrachtungen. Außerdem probte einmal in der Woche eine Gesangsgruppe.                                                                                                                                                   

Die 1. Generalversammlung des Vereins fand am 20.11.1898 im Gemeindesaal statt. Dabei wurde die erste Satzung beschlossen und der erste Vorstand gewählt:

Vizepräses:     Heinrich Hagemann

Kassierer:       Fritz Diekenbrock

Schriftwart:    Ernst Balster

Bibliothekar:  Friedrich Altheide

Nach der 1.Generalversammlung hatte der Verein 36 Mitglieder !